Wenn der Tatendrang nachlässt – Wege zur Selbstmotivation


Zu Beginn eines jeden Projekts strotzt man noch vor Ideen und Tatendrang – doch irgendwann kommt bei jedem der Punkt, an dem der Alltag, Hindernisse oder Selbstzweifel einem schlichtweg die Motivation rauben. Wenn einst geliebte Aufgaben nur noch zur Last fallen, bedarf es im Grunde nur weniger einfacher Methoden, um die anfängliche Begeisterung – auch dauerhaft – wiederzuerlangen.
Wenn die Motivation abhandengekommen ist, können die folgenden Punkte helfen, sich selbst wieder für die Arbeit zu begeistern:

Muss das wirklich sein?

Das, was wir uns unterbewusst oft fragen, ist eigentlich der entscheidende Schlüssel: Zu Beginn des Projekts sollte klar sein: Ist diese Aufgabe wirklich notwendig, um das Ziel zu erreichen und muss sie unbedingt von mir erledigt werden? Wenn sie wirklich nicht so wichtig ist, dann lass sie sein und mach nur das, was zielführend ist – wenn sie aber unerlässlich ist, muss sie auch erledigt werden.

Kann jemand anderes die Aufgabe genauso gut übernehmen? Manchmal fällt es schwer, Dinge zu delegieren, weil man nicht gern die Kontrolle abgeben mag oder einen neuen Kollegen nicht richtig einschätzen kann. Aber wenn du die Arbeit wegen deiner Demotivation qualitativ nicht ausreichend erledigen kannst und es möglich ist, dann gib die Aufgabe ab.

Die Aufgabe ist notwendig und keiner kann sie dir abnehmen? Dann mach dir bewusst, dass du durch deine Arbeit entscheidend zum Erfolg des Projekts beiträgst und fang einfach an.

Das tägliche Aufraffen

Wer unmotiviert ist, kann sich Tatendrang auch angewöhnen. Der Erfolg liegt dabei tatsächlich in der Gewohnheit. Wer sich täglich neu aufrafft und seinen Aufgaben stellt, empfindet es schneller als natürlich und selbstverständlich. Wer jedoch längere Pausen zulässt, wird es deutlich schwerer haben, sich wieder an die lästigen Aufgaben zu wagen und noch schwieriger Motivation finden. Sorge also für Kontinuität und wage dich langsam an immer mehr Aufgaben heran.

Gestalte die Aufgabe nach deinen Vorlieben

Wer nicht gerade am Fließband oder hinter der Kasse arbeitet, hat oft einen gewissen Spielraum darin, wie er seine Arbeit erledigt. Im Ehrenamt suchen wir uns ja gerade auch die Themen und Aufgabenfelder heraus, die uns interessieren und für die wir „brennen“. Wichtig hierbei ist es, die eigenen Vorlieben genau zu kennen und diese dann gezielt in die Planung der Aufgaben einzuarbeiten. Arbeitest du lieber im Team, dann versuche, Projektgruppen zu organisieren. Kannst du dich beim Berichte verfassen besser konzentrieren, wenn du im Schneidersitz am Boden sitzt – dann mach das doch und nimm den Laptop einfach auf den Schoß. Wenn du weißt, dass du ein Morgenmuffel bist, dann lege wichtige Termine lieber auf den Nachmittag. Egal, wie du tickst – wenn du deine Vorlieben kennst und sie, soweit es geht, in die Aufgabengestaltung einfließen lassen kannst, fällt die Arbeit gleich leichter.

Stell dir vor, du hättest die Aufgabe schon geschafft

Jeder kennt das gute Gefühl, etwas erledigt zu haben. Dieses Gefühl kannst du schon während der Arbeit nutzen. Stell dir vor dem geistigen Auge vor, du hättest alles bereits erledigt – wie fühlt es sich an, gelobt zu werden, zu sehen, wie du anderen helfen konntest, wie du etwas neues gelernt hast oder etwas bewegen konntest. Nimm dieses Gefühl als Ansporn, deinem Ziel und dem Erfolg Schritt für Schritt näher zu kommen.

Wenn du dir sagst, es macht Spaß, tut es das auch

Das kennt jeder: Wenn man sich auf eine Aufgabe freut, dann geht sie leichter von der Hand. Was aber, wenn die Aufgabe nur nervt und man morgens schon weiß, dass es schwierig oder belastend wird? Trickse deinen Verstand aus, indem du ihm einredest, dass du das alles problemlos schaffst und dass es richtig Spaß machen wird. Auch wenn du das für den Moment wahrscheinlich selbst nicht glaubst, wirkt diese Information im Unterbewusstsein weiter und hilft, trübe Gedanken zu vermeiden. Der Placebo-Effekt hat bewiesen, dass positive Gedanken unser Wohlbefinden tatsächlich auch körperlich steigern.

Andersherum solltest du deine eigenen negativen Gedanken verbannen, indem du aufhörst zu sagen, dass du etwas nicht kannst oder etwas zu schwierig ist. Stell dir vor, dein Gehirn sei ein Korb voller Äpfel. Wenn du darin zu vielen faulen Äpfeln nur wenige gesunde Äpfel hinzutust, werden die faulen die guten sehr schnell auch verdorben haben. Deswegen ist es wichtig, alle negativen Gedanken loszuwerden, um motiviert an die Arbeit gehen zu können.

Du bekommst die schlechten Gedanken einfach nicht los? Dann hol sie aus dem Kopf, indem du sie z.B. auf eine Tafel schreibst und diese dann mit Energie abwischst oder auf ein Papier, dass du dann herzlich zerreißen kannst – das hilft, quälende Gedanken loszuwerden.

Lass dich motivieren

Wer immer nur alleine kämpft, ist schnell ausgelaugt. Deswegen such dir Mitkämpfer, die das gleiche Ziel verfolgen wie du und lass dich durch sie motivieren. Unterstützt euch gegenseitig in anstrengenden und komplizierten Phasen und lobt euch gegenseitig, wenn etwas geschafft ist. Wer allein arbeiten muss, sollte sich motivierende Literatur suchen, inspirierende Geschichten von anderen lesen und daraus Kraft schöpfen.

Demotivierendes abschaffen

Mach dir klar, was dich an der Arbeit stört, hindert oder nervt. Schreib alles auf und versuche dann, so viele Punkte wie möglich ins Positive zu verändern und die Liste so kurz wie möglich einzustreichen. Wenn du deinen Arbeitsplatz trostlos findest, bring doch einfach eine blühende Topfpflanze oder Bilder von deinen Liebsten mit. Wenn du nicht ausstehen kannst, wie deine Mitwirkenden ihre Unterlagen übereinander stapeln, dann schaff für dich ein übersichtliches Ablagesystem. Wenn andere für dein Unwohlsein sorgen, sprich sie direkt darauf an und sage, wie du dich fühlst. So kann sich jemand z.B. durchaus bemühen, nicht ständig mit dem Fuß auf den Boden zu tippen, wenn er nur erst einmal weiß, dass dieses unbewusste Tapp-Tapp-Tapp andere an der Arbeit hindert.

Denk an die Belohnung

Welche Belohnung? Dich belohnt niemand, wenn du deine Aufgabe erledigt hast? Niemand sagt auch nur danke, wenn du mit größter Anstrengung das Problem endlich gelöst hast? Dann mach das doch einfach selbst. Überleg dir, was dich wirklich glücklich machen würde, z.B. ein Eis essen zu gehen, ein warmes Entspannungsbad zu nehmen, endlich mal wieder zur Massage zu gehen… . Sag nicht: „Ich muss bis Freitag noch die 10 dicken Akten durcharbeiten“, sondern: „Wenn ich am Freitag alle 10 Akten geschafft habe, gehe ich ins Kino und triff mich danach noch mit meinen Freunden auf einen Cocktail.“ Sei auch ruhig mal stolz auf dich und lob dich im Geiste selbst.

Erzähl auch deinem Partner, deiner Familie, deinen Freunden davon, wenn du stolz darauf bist, eine schwierige Aufgabe gelöst zu haben. So verbindest du die Arbeit automatisch mit etwas Positivem, das es lohnt zu erreichen.

Angst vor Konsequenzen

Bei manchen Menschen klappt Motivation weniger durch Belohnung als durch die Angst davor, was passiert, wenn sie etwas nicht schaffen. Wenn das bei dir so ist, dann mach dir klar, was für schlimme Konsequenzen es für dich und auch andere hat, wenn du deine Aufgaben nicht schaffst. Du kannst auch analog zum Belohnungsprinzip ein Bestrafungsprinzip nutzen. Setz dir selbst etwas schlechtes in Aussicht, was du tunlichst vermeiden willst (wie einen Monat Müll- und Kloputzdienst), falls du deine Ziele nicht termingerecht erreichst.

Unter Druck und in Etappen

Die meisten Menschen geben nochmal richtig Gas, wenn sie wissen, dass die Abgabefrist bald endet. Geht es dir auch so? Dann schaff dir deine eigenen kleinen Deadlines und halte dich daran. Manche Projekte sind wahre Motivationskiller, weil sie unabsehbar, langwierig und unbewältigbar erscheinen. Unterteile Großprojekte selbst in einzelne klar abgesteckte Maßnahmen und formuliere realistische aber nicht zu leichte Etappenziele. So bekommst du Orientierung und Sicherheit und es bleibt dennoch eine Herausforderung. Steck dir einen festen Termin, bis wann du mit den einzelnen Arbeitsschritten fertig sein willst. Damit du dich selbst auch ernst nimmst, schreib deine selbstgesteckten Termine in den Kalender und kommuniziere sie mit anderen – so kommst du gar nicht erst in Versuchung, alles unnötig vor dir herzuschieben und am Ende einen Riesenhaufen Arbeit bewältigen zu müssen.

Den Tag strukturieren

Was im Großen funktioniert, geht auch im Kleinen. Formuliere am Morgen, welche Aufgaben du an diesem Tag schaffen musst und willst. Schreibe ruhig eine To-Do-Liste. Das hilft dir, nichts zu vergessen und zielgerichtet zu arbeiten. Erledige alles Unangenehme gleich zuerst, dann ist schnell weg und spukt nicht im Hinterkopf herum. Streiche alles Erledigte durch oder hake es ab, so siehst du, dass du vorankommst. Wenn du etwas nicht schaffst, nimm es mit auf die To-Do-Liste für morgen, so bist du nicht enttäuscht, es nicht geschafft zu haben, sondern hast ein neues Ziel für den nächsten Tag.

Akzeptiere, dass es auch mal nicht so läuft

Kein Tag ist, wie der andere. Manchmal läuft es gut und du kannst stolz sein, deine Ziele erreicht zu haben. Mach dir diese Idealtage aber nicht zum Maßstab, sondern freu dich einfach, wenn alles reibungslos geklappt hat. Kommt aber auch mal eine Niederlage oder ein Misserfolg in die Quere und deine Motivation ist besonders tief im Keller, dann sieh diese Tage als Chance und sag dir: „Das macht nichts!“ Niederlagen können dir zeigen, dass es Grund zu Veränderungen gab und du hast dazugelernt, z.B. etwas beim nächsten Mal von vornherein anders anzugehen. Gib also auch an miesen Tagen, was eben geht und sei dann auch zufrieden damit.

Wenn nichts mehr geht: mal was anderes tun

Wer nur in der Arbeit feststeckt und so blockiert ist, dass wirklich keine Motivation mehr möglich ist, sollte einfach mal was anderes tun. Wenn es die Arbeit zulässt, dann mach wirklich mal einen Tag Auszeit. Gönn dir das, was du schon lange machen wolltest. Mach mal Pause und schlaf dich so richtig aus. Wenn du zufrieden und ausgeschlafen am nächsten Morgen zur Arbeit zurückkehrst, funktioniert die Selbstmotivation deutlich besser.